Wettbewerb „Gärten für die Artenvielfalt“ : Besuch des Siegergartens in Walhorn

Der Naturpark Hohes Venn-Eifel veranstaltete 2020 seine erste Ausgabe des Wettbewerbs der Gärten für die Artenvielfalt“ . Die schönsten Naturgärten der 12 Gemeinden des Parks wurden von Naturexperten bewertet und ausgezeichnet. Sieger dieser ersten Ausgabe ist der Garten von Christoph Mennicken und Tobias Raudonat in Walhorn.

Der Siegergarten von Christoph Mennicken und Tobias Raudonat

Ziel des Wettbewerbs ist es, Privatpersonen zum umweltfreundlichen Gärtnern anzuregen. Die Einwohner werden ermutigt, sogenannte Naturgärten zu gestalten, die ein Paradies für die heimische Tier- und Pflanzenwelt bilden. Der Wettbewerb findet im Rahmen des europäischen Projekts NOE-NOAH statt, das die Wiederherstellung bürgerorientierter und ökologischer Beziehungen zum Ziel hat. Der Naturpark Hohes Venn-Eifel, ein auf dem Gebiet der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens gelegener Naturpark und Veranstalter des Wettbewerbs, profitierte von den Erfahrungen des Regionalen Naturparks der Nordvogesen und des Biosphärenreservat Pfälzerwald. Der gemeinsam organisierte Wettbewerb „Gärten für die Artenvielfalt“ fand auf diesem Gebiet bereits vierten Mal statt.

Fünf einzigartige Naturgärten

Die erste Ausgabe des Wettbewerbs im Naturpark Hohes Venn-Eifel verzeichnete großen Erfolg. 38 Naturgartenanmeldungen aus fast allen Mitgliedergemeinden gingen ein. Eine Jury aus deutsch-belgischen Naturexperten nahm 19 Gärten in die engere Auswahl, von denen die fünf besten auserkoren wurden.

Folgende Kriterien fielen bei der Bewertung ins Gewicht: der reservierte Platz für die Artenvielfalt und die Umwelt, der allgemeine Ansatz für ein umweltfreundliches Gärtnern, die Qualität der Landschaftsgestaltung und die Integration des Gartens in die umliegende Landschaft und den ökologischen Raum.

Alle ausgewählten Gärten wurden von einem Naturexperten besucht. Er verbrachte jeweils einen halben Tag lang in den Gärten um ein Inventar der im Garten vorhandenen Fauna und Flora zu machen. Nach der Analyse erhielten die Gärtner persönliche Ratschläge, um die bereits vorhandene Artenvielfalt weiter zu entwickeln.

Preisverleihung in Botrange

Die Gewinner des Wettbewerbs „Gärten für die Artenvielfalt“ wurden in Botrange (Belgien) bekannt gegeben. Etwa 40 Naturfreunde versammelten sich zu dieser kleinen Feier. Die Wettbewerbsjury überreichte die Preise und die Teilnehmer konnten sich über ihre individuellen Expertenratschläge austauschen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Tobias Raudonat und Christof Mennicken aus Walhorn, die den ersten Preis für den schönsten Naturgarten erhielten.

Der schönste Naturgarten

Die Idee, einen Garten anzulegen, kam Tobias Raudonat und Christof Mennicken, als sie vor fünf Jahren in ein Haus am Waldrand von Walhorn zogen. Ein kleines Beet machte den Anfang, das nach und nach wuchs. Heute umfasst ihr Garten eine Fläche von fast 1.000 m2, und es wimmelt von Leben: die unterschiedlichen naturbelassenen Räume (ein 1,5 Meter tiefer Teich, eine Wildblumenwiese, Steinhaufen, Nistkästen, Totholz usw.) bieten vielen Tierarten Nahrung und Unterschlupf und der Flora ideale Bedingungen zum Gedeihen.

“Für uns war es wichtig, die heimische Natur zu unterstützen. Wir haben eine Wildhecke, wo Vögel sich zurückziehen und auch nisten können. Im vorderen Bereich sind viele Halbschatten- und Schattenpflanzen, zum Beispiel Lungenkraut und klebriger Salbei”, erklärt Tobias Raudonat. Er fügt hinzu: “Was superschön beim Naturgarten ist: er ist im stetigen Wandel. Jedes Jahr sieht unser Garten anders aus, jedes Jahr ist die Biodiversität eine andere. Wir hatten dieses Jahr viele Schmetterlinge, dafür weniger Libellen. Die Pflanzen wandern und man findet immer wieder einen Platz, wo man etwas ausprobieren kann.”

Angesichts des großen Erfolgs im Jahr 2020, ist in diesem Jahr eine zweite Auflage des Wettberbs am Laufen. Obwohl das INTERREG-Projekt NOE-NOAH am 31. Dezember 2021 zu Ende geht, möchte die Leitung des Naturparks Hohes Venn – Eifel ASBL den Wettbewerb fortsetzen, um auch in den nächsten Jahren das Bewusstsein für ein naturnahes Gärtnern zu schärfen.

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